Wohnen auf kleinem Raum
Wenn die Familie wächst, die Quadratmeter jedoch gleich bleiben…

Wie es so ist!
Da wohnt man fröhlich auf großzügigem Raum, irgendwann verliebt man sich, dann erwächst aus der Beziehung eine Familie und plötzlich wird das ehemals großzügige Wohnen zu Wohnen auf kleinem Raum.

In diesem Fall war die Wohnung wunderschön bzw ist sie es noch (ein Altbau mit allem Charme, der dazugehört – Holzfußboden, hohe stuckverzierte Decken) und die Miete günstig. Vergleiche auf dem Wohnungsmarkt führten zu großer Ernüchterung und zu der Entscheidung, den vorhandenen Wohnraum zu optimieren. Na dann – beginnen wir im Wohnzimmer! Und damit, wie wir dort für vier Menschen das Thema Wohnen auf kleinem Raum lebenswert gemacht haben.

(Ich greife vor):

Inhaltsverzeichnis

  • Wohnen auf kleinem Raum:
  • Wie war die Ausgangssituation?
  • Was sollte verändert werden?
  • Das Konzept
  • Die Umsetzung (im Schnelldurchlauf)
  • Besondere Highlights, einzelne Schritte oder auch… Problemlösungen (in ausführlicher!)

Voila –
Wohnen auf kleinem Raum!

Raum 1 war das Zimmer zum Schlafen, Raum 2 das zum Wohnen, Raum 3 das zum Arbeiten und Raum 3einhalb war der Raum, in dem sämtliche Garderobe ihren Platz hatte. Wo genau sollte da ein Kinderzimmmer hin? Und brauchte es unter den neuen Umständen wirklich noch ein Arbeitszimmer? Was waren die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder und wie ließen sich diese bestmöglich und nach wie vor stilvoll vereinbaren?

Nach vielen Überlegungen war ein Arbeitszimmer auch weiterhin unumgänglich, ebenso das Schlafzimmer und das Garderobenzimmer, und so beschlossen wir, Kinderzimmerüberlegungen erst dann anzustellen, bis die beiden Kleinen groß genug für eigene Privatsphäre wären. Und bis dahin: Bauten wir einfach das Wohnzimmer zu einem Alleszimmer um.

Wie war die Ausgangssituation? ||| Was war das Problem?

Die Ausgangssituation ist ganz oben links zu bewundern und war obendrein eine Wohnung, in der die sitzende Dame alleine lebte. Dreieinhalb Zimmer, ein wahres Königreich. Dann aber wandelte sich dieser luxuriöse Zustand mit dem Auftritt zunächst ihres Liebes- und Lebenspartners nebst eigenem Mobiliar, eigenem Drumherum und: eigenem Kopf. Jetzt war da nur noch ein halbes Königreich und als dann das Baby zur Welt kam, blieb eine ganz normale Wohnung mit mittlerweile beengten Verhältnissen übrig. Denn das Kind würde ja größer werden, brauchte Platz und sollte sich wohlfühlen. Mit einem Geschwisterchen, wie es das Leben so schreibt. Ziemlich wundervoll also alles eigentlich, nur…

Eben nicht zum Wohnen. :-O
Also mittlerweile zum Wohnen auf kleinem Raum.

Was sollte verändert werden? ||| Welche Kriterien sollte der Raum erfüllen?

Die Wohnung, bzw in diesem Beitrag explizit das Wohnzimmer, sollte weiterhin eine Wohlfühlatmosphäre behalten und sowohl den Erwachsenen gerecht werden als auch den Kindern. Eine gelungene und stilvolle Symbiose für alle und aus allem. Es sollte Praktikablität mit Ästhetik vereint werden und… es sollte kostengünstig bleiben. Sonst hätte man ja doch gleich in eine größere Wohnung!

(Kostengünstig bleiben ist übrigens ein Faktor, den ich bei Bedarf sehr gerne berücksichtige…)

Das Konzept:

Wohnen auf kleinem Raum bedeutet Auseinandersetzung.
Mit sich, mit seinen Interessen, mit seinen Anforderungen an glückliches Wohnen, aber auch mit Rücksichtnahme auf die Anforderungen der übrigen Bewohner. Manchmal genügt auch ein Perspektivwechsel, einmal hier in kompakt und einmal auch hier in ausführlich, in diesem Fall genügte er – aus Platzgründen – nicht.

Wichtig war, dass man in diesem Wohn- respektive Alleszimmer sowohl gemütlich lesen-, schöne Abendessen abhalten-, fernsehen/Musikhören- aber auch spielen konnte. Die Erwachsenen sollten sich genauso wohl fühlen wie die Kinder, mit dem gleichen Anspruch auf einen Wohlfühlort, und damit war das Konzept gleichermaßen:
Zonierung &
Integration

  • Eine Spiele-Ecke statt ein turbulenter Mix quer durch den Raum
  • Ein optisch abgeschlossener Bereich mit einem dennoch offenen Charakter
  • Zonierungen schaffen, so dass ein jeder sich in dem Raum wiederfinden kann
  • Ein erweiterbares System, das mit den Bedürfnissen der Kinder mitwachsen kann,
  • (und mit den Geschenken zu Geburts- und anderen Feiertagen ;-))
  • Den Erhalt der vorherigen Luftigkeit des Raumes,
  • mindestens ein Möbelstück muss also weichen
  • Die Farben: weiß. Und bunt.
  • Weiteres Konzept: offene Würfel

Die Umsetzung:

  • Kommode raus, Würfel rein
  • Ein passgenauer Teppich sorgt für den geschlossenen Bereich
  • Die offen gehaltenen Würfel sorgen für den offenen Charakter
  • Bilder angebracht, Fischlein aufgehangen, alles eingeräumt, fertig
  • Alles eingeräumt, fertig? Mitnichten – besondere Highlights werden natürlich separat aufgeführt!

Besondere Highlights bzw auch… Problemlösungen!

Die offenen Würfel

Eine bunt eingerichtete Kinder-Spieleecke aus weißen Regalwürfeln.

Weder waren Schränke erwünscht, noch große Kisten „aus denen einem wild das Chaos entgegen grinst“ – Die Kinder sollten einen sinnlichen Zugang zu Ihrem Spielzeug erfahren und bewusst überlegen, auf was sie gerade Lust hatten. Musizieren, bauen, malen… Die Würfel ermöglichten die Sortierung nach diesen Themenbereichen, gleichzeitig wurde damit das Spielzeug ästhetisch präsentiert – was man nicht sehen wollte, kam hinter kleine Türchen (die Schlafparadiese der Kuscheltiere beispielsweise).

Und somit ist das Wohnzimmer auch für die Erwachsenen noch ein Raum, in dem sie sich gerne aufhalten.

Die geliebten Bilder sollen bleiben

Zwei Kunstdrucke, ein rotes Pferd und ein Tiger, hängen an einer Wand der Kinder-Spieleecke.

Die geliebten Bilder sollten bleiben!
Sowohl an der sorgfältig ausgewählten Stelle, an der vorher die „Erwachsenen“-Bilder hingen, als auch später dann mit den diversen Erweiterungen. Das war insofern wichtig, als dass in der Sichtachse des Sofas nicht nur Regalwürfel mit Aufbewahrungsgegenständen zu sehen sein sollten: der Blick sollte sich ausruhen können und die Sinne sich entfalten.

Weiterhin war ein Kriterium, Bilder zu finden, die sowohl kindgerecht waren, gleichzeitig aber auch einen künstlerischen Anspruch bedienen würden.

Das ging gut. Sowohl die Auswahl der Bilder fiel leicht als auch fand der Wunsch nach Beibehalten des alten Bilderplatzes seine Erfüllung. Da im Altbau viel Luft nach oben ist, konnten die Würfel (Fortsetzung und Clou vorheriger Punkt) nach und nach an der Stirnseite nach eben dort erweitert werden (der Bilderplatz blieb davon also unbehelligt). Und mit der nach-oben-Erweiterung war auch gleich dafür gesorgt, dass Dinge, die zum jeweiligen Zeitpunkt noch nicht in Kinderhände gehören, außer Reichweite waren.

Die Laubsägelampe

Laubsägelampe für eine Kinder-Spieleecke. Mit einem Schloß und Bäumen und Wiese, der Hintergrund ist eine blaue Wolke.

Viele der Spielsachen werden nun schon in der zweiten Generation genutzt, die längste Tradition aber hat diese wunderschöne Laubsägelampe.

Die Tradition der dritten Generation! Die Lampe war früher das Nachtischlämpchen der Bomma (= Oma) und hat eine besondere Geschichte: Es waren nämlich solche Lampen seinerzeit total beliebt, nicht jeder allerdings konnte Sie sich leisten. Also hat der Opa sich aufgemacht und Holz gekauft und Farben und eine Laubsäge und hat heimlich die Nächte durch gesägt und geklebt und gepinselt, bis die Lampe sogar schöner wurde als alles, was es zu kaufen gab.

Der Partyfisch

Ein Fisch aus Pappmaché, rot und grün mit Glubschaugen. Gebastelt für eine Kinder-Spieleecke.

Noch ein Eigenbau.

Der Fisch ist ein Geschenk von den Nachbarn. Einer Partycrew, die mit viel Liebe (sowohl im Herzen und als auch zum Detail) in der Leipziger Szene mitmischt. Und… mit viel Kreativität. Und als kleines Einzelteil einer kompletten Festival-Dekoration hängt jetzt also dieses Fischlein in der Kinder-Spieleecke und dreht und wendet seine glubschigen Augen in die Richtung, in der gerade der meiste Wirbel veranstaltet wird. Und ganz nebenbei animiert es die Kinder als leuchtendes Beispiel, auch selber kreativ zu werden. Bastelnd, malend…

Beschäftigt auch Sie das Thema Wohnen auf kleinem Raum? Oder in einem kleinen Raum?

Auf dass es künftig auch bei Ihnen ganz wunderbar integrativ zugeht! Oder zoniert.
Gemeinsam mit Ihnen erschaffe ich Ihre neue nicht-mehr-Wohnbeengtheit.
Beratend ||| Planend ||| Umsetzend. Was brauchen Sie?

Beschäftigt auch Sie das Thema Wohnen auf kleinem Raum? Oder in einem kleinen Raum?

Gemeinsam mit Ihnen erschaffe ich Ihre neue nicht-mehr-Wohnbeengtheit. Beratend ||| Planend ||| Umsetzend. Was brauchen Sie, damit es künftig auch bei Ihnen ganz wunderbar integrativ zugeht? Oder zoniert.