(Natürlich versteckt sie sich nicht, weil sie sich schämt. Dazu besteht wirklich keinerlei Grund!)

Wie war die Ausgangssituation?/Was war das Problem?

Die Ausgangssituation waren wunderschöne Jacken, Mäntel, Schuhe. Taschen, Schals und überhaupt. Ein Gesamtkunstwerk, zu schön zum Wegsperren. Eigentlich! Denn gleichzeitig war das Ensemble trotz aller Ordnung viel zu unruhig, um auf Dauer den Flur einen Raum sein zu lassen.

(Ich greife vor):

Was sollte verändert werden?/Welche Kriterien sollte der Raum erfüllen?

Gleichwohl ein Flur zwar naturgemäß den Eingangsbereich zu jeder Wohnung darstellt, sollte dieser hier dennoch als ein eigenständiges Zimmer wahrgenommen werden und nicht vordergründig als Garderobe.
Es sollte also:

  • alles so bleiben wie es war,
  • nur eben nicht sichtbar

Das Konzept:

  • Die Kleidungsstücke werden hinter einem Fadenvorhang versteckt
  • Eine Hängegarderobe, an der alle Utensilien auch hintereinander aufgehangen werden können, sorgt für Übersicht
  • Und für genügend Abstand zu den Fäden, nichts stiezelt raus
  • Die Farben: weiß und edelstahl und gold
  • Weiteres Konzept: Befestigung nicht an der Decke, sondern in Höhe des Rahmens der Ausgangstür.
  • So werden zu viele Linien im Raum vermieden

Die Umsetzung:

  • Der Schlosser fertigt eine halbrunde Stange, an den Enden sind jeweils zwei längere Stücke angesetzt,
  • Damit ist ausreichend Platz, um die späteren Fäden nicht an ihrem freien Fall zu hindern
  • Stange angebohrt, Fäden geknüpft
  • Fäden geknüpft, Fäden geknüpft, Fäden geknüpft
  • Alle Sachen aufgehangen, alle Schuhe eingeräumt, fertig
  • Alles eingeräumt, fertig? Mitnichten – besondere Highlights werden natürlich separat aufgeführt!

Besondere Highlights bzw auch… Problemlösungen!

Die Fäden waren ein Überbleibsel eines anderen Auftrags, viel zu schade, um sie zu entsorgen. Un viel zu un-nachhaltig ebenso. Leider waren sie auch zu kurz für die erforderliche Höhe und so habe ich also Abende lang geknüft und geknüpft. Und geknüpft.

Ob man mit seiner Zeit auch was anderes anfangen kann? Das kann natürlich aus unterschiedlichen Positionen unterschiedlich bewertet werden, ich für mich aber: Ich habe es genossen. Ich habe während des Knüpfens diverse Opern, Requiems, Hörspiele gehört, mir wurde vorgelesen, ich konnte telefonieren…