Wie war die Ausgangssituation? ||| Was war das Problem?

Ein kleines Zimmer in einem Gemeinschaftsbüro. Die einen sagen schlicht, meine Kundin sagte langweilig.

Es gab diverse Nachteile: wenig Platz, ein fest in der Wand verbautes Regal/eine fest angeklebte Pinnwand, kein Stauraum/keinen Keller und die Tür zum Büro war aus Glas und damit sehr schalldurchlässig. Doch diese Nachteile waren ein Klacks gegen die lange Suche nach geeigneten Räumen (München, Innenstadt). Vor allem auch, weil gegen alle etwas unternommen werden konnte.

(Ich greife vor):

(Ich greife vor):

Was sollte verändert werden? ||| Welche Kriterien sollte der Raum erfüllen?

An alleroberster Stelle stand:
Der Raum sollte sowohl der Persönlichkeit seiner neuen Bewohnerin entsprechen als auch ihrer Marke:

Wiebke Schulz

Im Gunde besteht da (in meinen Augen) gar kein großer Unterschied – die Persönlichkeit ist die Marke! Aber nur, weil aus zweien eins wird, ist die Sache ja nicht leichter. Ebenso wurde es damit sehr: konkret. Was aber auch ziemlich cool war. Wir wollten jedenfalls:

  • eine Business-Umgebung schaffen die nicht nach Business-Umgebung aussieht
  • ein Büro sowohl für ganz normale Schreibtischarbeitstage als aber auch für Coachings mit Klienten
  • nur ja keinen Standard-Look a la grau kostümiert

Das Konzept:

  • Flexibel flexibel flexibel
  • In dem großzügigen Flur werden Seminarunterlagen, sonstige Dinge und ausreichend Sektvorräte gelagert
  • (Weiße Schränke vor weißer Wand sorgen für maximale Unauffälligkeit)
  • Dazu Aufstellen einer stilvollen Kommode mit ebenso stilvollem Flyer- und Postkartenständer im Eingangsbereich
  • Auch ansonsten schlaue Möbelstellung zur Vereinbarung von geschützter Coaching-Atmosphäre und Büro-Charakter
  • Ein Sofa und ein Sessel in kleinraumtauglich bekommen ein Tischchen mit Rollen zur Seite gestellt
  • (So kann die Sitzgruppe jederzeit einfach und schnell ihre Position im Raum verändern)
  • Die Glastürsituation mit der dazugehörigen Geräuschempfindlichkeit wird durch einen schallabsorbierenden Vorhang gelöst, der bei Bedarf zugezogen werden kann
  • (Dahinter kann man dann gleich auch das Flipchart verstecken!)
  • Auch schmale Metallbänder mit Magneten statt fest angebrachter Whiteboards nehmen die Normalesbürohaftigkeit
  • Die Farben: ein helles grau, weiß
  • Und viele Farbtupfer, denn: auch Frau Schulz ist bunt. Sehr sogar!
  • Eine Wand bekommt eine Mustertapete, die zwar auffällt, aber nicht zu unruhig wirkt

Die Umsetzung:

  • Bürogemeinschaft nach Platz im Flur gefragt, Platz im Flur bekommen
  • Pinnwand abgezusselt, Büro gemalert, Wand tapeziert, Leuchten getauscht
  • Sofa und Sessel bekommen ein Makeover vom Polsterer
  • Schreibtisch und Tischchen bekommen neuen Glanz
  • Alles aufgestellt, angebracht, eingeräumt, fertig
  • Alles eingeräumt, fertig? Mitnichten – besondere Highlights werden natürlich separat aufgeführt!

Besondere Highlights bzw auch… Problemlösungen!

Der rosa Elefant hat eine besondere Bedeutung.

Für Coaches sowieso („Denken Sie nicht an den rosa Elefanten!“) (der Elefant im Raum), aber auch für meine Kundin im Speziellen. Vielleicht erzählt sie das hier irgendwann selbst, deswegen mag ich mal lieber nicht vorgreifen.
,-)

Der Schreibtisch tauchte eines Tages bei Ebay auf und befand sich eigentlich viel zu weit weg, aber: der musste es sein! Denn dieser Schreibtisch, soviel stand fest, sollte der Schreibtisch der Freiheit sein. Jawohl!

So wurde er also in einer nächtlichen Hauruck-Aktion von Köln nach München geholt und stand fortan bei Frau Schulz im Wohnzimmer. Zwei Jahre lang. Und jeden Tag hielt er ihr ihren Traum zur Selbstständigkeit vor Augen. Und auch wenn der Weg dorthin schon viel früher begann – der Schreibtisch war gewissermaßen der greifbare, visualisierte Grundstein.

Netterweise passt er nicht nur hervorragend zu dem Holzfußboden, sondern hat als witzige Besonderheit eine offene Rückwand. Diese soll natürlich unbedingt in den Raum zeigen. Erstens vergibt man so den Regalplatz nicht als weitere Bücherstellmöglichkeit und zweitens können die Kunden/Klienten prima ein bisschen schlaue Buchtitel lesen, während Frau Schulz die Sektgläser herbeiholt. Oder den Tee.

Fast alles hier in diesem Büro haben wir bei Ebay oder Ebay-Kleinanzeigen erstöbert oder es wurde im Keller aufbewahrt für einen späteren Moment der Momente. Nicht primär wegen eventueller Sparmaßnahmen, sondern weil der persönliche Geschmack der Kundin in Richtung 50er/60er geht und Originale eben einfach Originale sind.
Ich finde das toll!
Toll toll!!