Ein Bericht mit insgesamt drei guten Nachrichten

Sie haben ein Vorhaben/ein Projekt/einen Plan, die Vorstellung daran und darüber erfreut Sie über die Maßen, selbst auf die Ausführung haben Sie große Lust! Allein – die Umsetzung scheint dann doch etwas schwierig, die Inangriffnahme wird also irgendwie vertagt.

Schalten wir einen Gang runter – es ist kein neues Projekt, auf das Sie große Lust haben, sondern eher… sagen wir eine Baustelle in Ihrem Leben. Die Sie zu gerne ausräumen würden, am liebsten natürlich sofort. Der Leidensdruck ist also hier sogar noch etwas höher, die Motivation naturgemäß leider geringer oder zumindest eine andere. Gehen wir es trotzdem an, das wird gut tun! Allein – die Umsetzung scheint dann doch etwas schwierig, die Inangriffnahme wird… vertagt.

Man kann dieses Szenario mit sehr vielen Dingen durchspielen, an dem Gefühl der Niedergeschlagenheit, die sich einstellen wird, ändert sich nichts.

Diese Niedergeschlagenheit rührt daher, dass Gedanken, die einmal Einzug gehalten haben in unsere Köpfe, dort leider nicht „einfach nur so“ wieder verschwinden. Anfangs meinen Sie, ignorieren wäre eine prima Lösung. In Wahrheit aber okkupieren diese Gedanken Sie doch, Tag für Tag, und solange Sie Szenario x nicht erledigt haben, werden Sie sich im Kopf weiter mit ihm befassen. Und sich die ganze Zeit mit Dingen zu befassen, gleichermaßen aber nicht im Sinne derselben zu handeln – das führt dann zu ebenjener Niedergeschlagenheit.

In einem Experiment zweier Psychologen wurde über mehrere Wochen untersucht, was 2250 Studienteilnehmer taten und dachten und wie sie sich dabei fühlten.

Mithilfe einer App meldeten die Befragten den Forschern an verschiedenen Zeitpunkten des Tages, welcher Tätigkeit sie gerade nachgingen – beispielsweise Sport oder Lernen oder Putzen – und was sie jeweils dabei dachten. Es zeigte sich, dass die allermeisten Studienteilnehmer fast die Hälfte des Tages über Dinge nachdachten, die nichts mit dem zu tun hatten, was sie in dem Moment taten. Die Forscher konnten auch messen – Sie ahnen es sicher – dass die Schere zwischen Denken und Tun die Stimmung der Teilnehmer niederdrückte.

Warum aber machen wir lieber die Steuererklärung, als uns endlich mit dem Bau des Bücherregals zu befassen, von dem wir schon so lange träumen?

Warum gehen wir die Dinge nicht an, die wir wirklich erledigen wollen?

Oft spielt der Zeitfaktor eine Rolle.
Manchmal weiß man auch einfach nur nicht, wo anfangen. Manchmal hat man keine Ahnung und ein anderes mal keine Lust. Hinzu kommen Unsicherheiten bei der Umsetzung.

Auch Glaubenssätze wie die viel zitierten beiden linken Hände stehen einem gerne mal im Weg. Am Ende macht man sich sogar weis, dass es dieses neue Bücherregal überhaupt nicht braucht, schließlich kann man auch einfach ein paar Bücher ausmisten. (Wobei das dann schon wieder der nächste Punkt auf Ihrer Gedankenspiralen-ToDo-Liste wird.)

Das vermeintliche Versagen lastet wie ein schwerer Stein auf der Seele.

Die erste gute Nachricht:

Sie sind damit nicht allein.
Beim Grübeln nicht und auch nicht beim Prokrastinieren.

Die zweite gute Nachricht:

Ich habe da einen Tipp für Sie.
Ich habe für solche Situationen folgenden Rat: Sprechen Sie darüber!

Gehen Sie mit der Person Ihrer Wahl spazieren, lassen Sie sich den Wind um die Nase wehen, Ihre Blicke schweifen und – lassen Sie los. Alle Wenn´s und Aber´s, alle Das-geht-doch-nicht´s; ein übervoller Terminkalender und die Fragen, was macht man wann, was macht man wie, macht man es überhaupt? – alles relativiert sich in dem Moment, in dem man es ausspricht.

Zum einen werden beim Drüber-reden Dinge oftmals klarer. Sie strukturieren sich bereits beim Überlegen der richtigen Sätze und einige Hürden lösen sich vielleicht bereits an dieser Stelle in Wohlgefallen auf. Möglicherweise hat auch die Person am anderen Ende des Gesprächs ein paar schlaue Ideen, die Ihnen weiterhelfen. Und selbst wenn nicht – spätestens nachdem Sie Ihr Dilemma ausgesprochen haben, werden Sie

  • a) eine Entscheidung treffen: Sie gehen Ihr Bücherregal endlich an, denn plötzlich mutet es Ihnen gar nicht mehr so schwierig an, oder aber, Sie machen Ihren Frieden mit der Situation; dann gibt es eben dieses Bücherregal nicht, verdammte Hacke! Beides ist richtig. Und – Sie werden sich obendrein
  • b) auch besser fühlen. Weil Sie Ihr Problem ausgesprochen- und damit auch offiziell anerkannt haben.

Und Nein übrigens, das ist nicht rücksichtslos Ihrem zuhörenden Mitmenschen gegenüber. Vorausgesetzt natürlich, er hört freiwillig zu. Im besten Falle wird er sich sogar freuen, dass es anderen genauso geht. (Und auch generell freuen sich Ihre Mitmenschen dieser Tage ja vielleicht, mal wieder über etwas anderes zu sprechen, als über die sogenannte Situation.)

Und wenn das aber alles nichts hilft und Sie sich am Ende erneut beginnen, im Kreis zu drehen, dann habe ich hier…

Die dritte gute Nachricht:

Es gibt auch für diesen Fall eine Lösung: Mich.
Zugegeben, hier muss man nun leider auch etwas tun, nämlich eine E-Mail schreiben oder zum Telefon greifen, aber kommen Sie, das geht nun wirklich ganz schnell.
Versprochen.

In diesem Sinne –
Auf zu ihrem neuen Wohngefühl!

Und was das alles mit Inneneinrichtung zu tun hat? Na – lesen Sie nochmal genau.
Im Übrigen können Sie mich gerne auch als Coach buchen, fällt mir da gerade so auf. Ohne systemische Ausbildung allerdings. (Haha, kleiner Scherz!) (Aber nur der letzte Satz!)


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